Tank-Anzeige MS880

Bei der MS880, Bj.1972, sind in den beiden Tanks elektrische Füllstands-Geber eingebaut. Schwimmer bewegen ein veränderlichen Widerstand, der die Anzeige im Cockpit steuert.

Es kommt vor, das nach Jahren die Anzeige nicht mehr korrekt ist oder total versagt. Eigentlich kein Problem, wenn man den Tank stets randvoll macht, den man weiß, dass der Motor ca. 23L/h an Treibstoff braucht, also 2h Flugzeit für einen Tank.

Dennoch hat man stets kein besonders gutes Gefühl. Es könnte ja auch mal durch einen Defekt ein Tank unbemerkt auslaufen und dann hat man ein Problem.

Die Suche nach der Ursache konzentrierte  sich zunächst auf lose Kabel, Massefehler, defekte Anzeigegeräte etc. Das sollte sich aber bald ändern. Am Ende waren alle etwas ratlos. Also, wir mussten an den Geber für den Füllstand im Tank ran und das bedeutet, der Tank muss raus.

Das bedeutet, Vorflügel abbauen, Tank entleeren und ziehen. Bis ein Tank auf der Werkbank liegt,  sind etwa 5h Arbeitszeit anzusetzen und für den Wiedereinbau etwa die gleiche Zeit.


MS880 Tank ausgebaut CIMG03

Hier das rumpfseitige Ende des Tankes mit dem Anschlussstutzen für den Benzinschlauch. Der Zapfen rechts daneben geht beim Einschieben des Tanks in die Tragfläche in eine Buchse, zentriert und hält ihn am rumpfseitigen Ende. Das Kabel kommt vom Füllstandanzeiger und ist mit Gewebeklebeband am Tank befestigt. Das vordere lose Ende mit dem Kupplungsstecker zum Einschieben des Tanks zunächst um den Auslassstutzen wickeln und dort provisorisch mit Klebeband befestigen. Sonst gerät es beim Einschieben des Tanks in die Tragfläche zwischen Tank und Spanten.


MS880 Tankgeber eingebaut

Hier der eingebaute Füllstandanzeiger von oben gesehen


MS880 Tankgeber Dichtung Sc

Er ist mit 3 Schrauben über eine Dichtung am Flansch des Tanks befestigt.


MS880 Tankgeber innen

Unter dem Deckel befindet sich der Schiebewiderstand, an dem ein vom Schwimmer gesteuerter Kontakt gleitet. Bei vollen Tanks ist der Widerstand sogar von Treibstoff umgeben.


MS880 Tankgeber Dichtung ob

Beim Abnehmen des Deckels kam sogar eine defekte Dichtung zum Vorschein.


MS880 Tankgeber

Zum Ausbau aus dem Tank muss man zunächst den Geber entfernen. Dann hebt man mit einem gebogenen Draht die Schwimmerstange mit den beiden Schwimmern an. In Schräglage von ca. 45° zur Tankachse kann man dann den zum Rumpf gelegenen Schwimmer zur Montageöffnung des Tanks schieben. Dort kann man den Schwimmer mit der Hand oder einer Zange greifen. Der Schwimmer wird dann vertikal gestellt, so dass er bereits zur Hälfte aus dem Tankloch herausragt. Mit entsprechendem Druck in Richtung des anderen Schwimmers lässt sich die Stange etwas elastisch biegen, wodurch der Schwimmer dann aus der Öffnung herausgezogen werden kann.  


MS880 Tankgeber Ankopplung

Die gesamte Konstruktion besteht aus 2 Schwimmern, die an den Enden einer 2mm dicken Drahtstange aufgesteckt sind und sich dort um die Stangenachse drehen können. Links und rechts vom Schwimmer befinden sich dünne Messingscheiben, die gegen Bewegung vom Schwimmer weg durch eine Flachverformung des Drahtes begrenzt  werden.

Die Schwimmer liegen 420 mm voneinander entfernt. Etwa 135 mm vom tiefer liegenden Schwimmer entfernt befindet sich die Ankopplung zum Hebel des Gebers.   

Diese Asymmetrie soll bewirken, dass der innere Schwimmer zunächst beim Füllen unter die Tankdecke stößt, während der äußere Schwimmer noch weiter steigen kann.  

Beim Entleeren sinkt zunächst der äußere Schwimmer, dann beide, bis der äußere am Boden aufliegt, erst dann sinkt der innere weiter ab. Auch wenn dieser am Boden aufstößt zeigt die Tankanzeige „leer“. Dennoch ist wegen der Schräglage des Tanks noch eine weitere ausfliegbare Kraftstoffmenge vorhanden.  Sollte man mal testen, wie viel das noch ist.   


MS880 Tankgeber Schwimmer r

Der Fehler in der defekten Tankanzeige war darauf zurückzuführen, dass insbesondere der zum Rumpf gelegene Korkschwimmer, aus welchen Gründen auch immer, keinen ausreichenden Auftrieb hatte und somit im Tank ständig am Boden lag.  

Die Eigengewichte der Schwimmer betrugen 7g und 13g. Wodurch der Unterschied zustande kommt ist nicht bekannt.

Berechnete man aus den Volumen und Gewichten des Gestänges, des Mittelklotzes und der Schwimmer den Auftrieb, dann zeigte die Rechnung, dass der schwerere Schwimmer, der im Tank zur Rumpfseite lag, in Kraftstoff mit 0,71g/cm³ nicht schwimmen konnte. In Wasser war dies möglich. Deshalb wurde beim Befüllen des Tankes mit Wasser auch einwandfreie Funktion festgestellt.