Anlassen des Motors bei kaltem Wetter

Verfasser:
Jürgen
Zeit:
29.02.2008 18:47:40
Ich wollte den Motor meiner Morane 880 bei kaltem Wetter ca 0°C anlassen.Ich hielt mich an die Anweisung des Handbuches um den Motor zu starten. Ein Kollege, der draußen stand sagte mir das aus dem Vergaserstutzen Benzin tropft.Nach nochmaligem anlassen kam eine Flamme aus dem Vergaserstutzen.
Nach erneutem anlassen sprang der Motor an und die Flamme ging aus.

Frage : Habt ihr sowas schon mal gehabt ?
Gruß Jürgen

Verfasser:
Michael
Zeit:
29.02.2008 20:24:01
Bei der Einweisung zur C150 (auch mit O200)waren die ersten Worte meines Fluglehrers:
Wenns brennt, Anlasser weiter laufen lassen...
Ausserdem haben die bei der C150 einen Feuerlöscher im Gepäckraum.
Verfasser:
hoffmann
Zeit:
01.03.2008 11:07:14
Hallo Jürgen,
dass sowas vorkommen kann, kennt man ja aus der Theorie.

Es ist aber schlecht zu sagen, ob man das schon einmal selbst erlebt hat, wenn man beim Anlassen alleine ist.

Kann sein, dass es tropft, kann auch nicht sein. Sieht man ja nicht.

Wie war das mit der Flamme. Konntest Du die vom Cockpit aus sehen?

Gruss
Klaus-Peter

Verfasser:
Andreas
Zeit:
01.03.2008 17:12:29
Der O200 in der Morane ist da sehr anfällig, da er im Gegensatz zur C150 keinen Primer hat, sondern nur über die Beschleunigungspumpe in das aufsteigende Sugrohr einspritzt, wo der Sprit der Schwerkraft folgend wieder runter läuft. Nach dem Kokeln Motor d.h. Schläuche und Vergaser überprüfen (lassen). Das Problem kann am Besten durch Vorwärmen oder wenig einspritzen Prop ohne Zündung mehrfach durchdrehen u.U. nochmals einspritzen und durchdrehen und dann anlassen in denGriff gebracht werden.
Wenn es brennt Gemisch cut off und Anlassr weiter drehen lassen (siehe Handbuch Emergency)

Gruß

Andreas

Verfasser:
radtke
Zeit:
01.03.2008 19:05:37
Hallo zusammen.

Also, meine MS880B von 1972 hat einen Anlasser, der mit dem Zünschlüssel betätigt wird, da ist nichts mit drehen lassen ohne Zündung. Man hat nur die Möglichkeit, mit dem Gashebel schnell zu pumpen und dann auch sofort mit dem Anlassen zu beginnen, noch bevor die Suppe abwärts fließt und auch nicht zuviel pumpen.

Übrigens würde ich meinen O-200A bei 0°C nicht ohne Vorwärmung anwerfen, der Verschleiß wäre mir zu hoch und zu teuer.

Feuerlöscher im Cockpit halte ich zwar nicht für überflüssig, aber was dann kommt. Bis Du aus der Morane raus bist und vor dem Motor stehst, geschweige denn, den Löschen in Aktion hast, vergeht bestimmt 1 Minute. Da wäre es viel besser beim Anlassen einen Kollegen mit Löscher daneben zu stellen.

Noch wichtiger ist es, eine volle Batterie zu haben, denn sonst lassen sich die Flammen auch nicht mehr einsaugen.

 

Verfasser:
Jürgen
Zeit:
02.03.2008 09:13:05
Ich möchte es nicht schlimmer machen als es war. Es war eine kleine Flamme wie mir ein Fliegerkollege der außerhalb des Flugzeugs stand sagte.
Habe danach alles geprüft und leichte Brandspuren an der unteren Cowling festgestellt.
Gruß Jürgen
Verfasser:
stephan
Zeit:
03.03.2008 18:38:56
kenne das auch ... aber das ist wohl auch nicht unüblich ! kenns auch von meinen oldtimern (pkw) ist halt die unglaublich moderne technik zwinker

aber auf alle fälle weiterstarten ! dass die flammen eingesaugt werden !

fliegen bei null grad oder drunter ...klar ... wenn man vernünftiges mehrbereichsöl fährt dann sind auch minus 15 grad kein thema !

find s grad im winter toll ! und die morane hat ja ne recht vernünftige heizung !

grüssle stephan

Verfasser:
radtke
Zeit:
24.03.2008 09:24:51
Hallo zusammen

Zu diesem Thema paßt vielleicht auch ein Schweizer Bericht über Störungen an Vergasern durch nicht einwandfrei funktionierende Schwimmer.

http://download.pilotundflugzeug.de/1970_d.pdf

Fly salely
Udo Radtke

Verfasser:
Ralf G. Bücker
Zeit:
11.08.2008 11:15:39
Der Rat.bei Vergaserbrand weiter anlassen ist ja gut und schön. Aber woher weisst Du, dass es brennt, wenn Du in der Maschine sitzt?

Wenn Du Flammen SIEHST, brennt nicht mehr nur der Vergaser, sondern schon der ganz Flieger.

Ich habe das erst bemerkt, als ein Kollege wüst gestikuliernd auf mich zugerannt ist. Seitdem bitte ich bei Kälte, also bei Temperaturen unter 0 jemand sich neben oder vor den Flieger zu stellen,und mir zu signalisieren, falls Flammen aus dem Auspuff schlagen.

Zum Anlassen selbst: zuerst habe ich mit einem Heizlüfter und Handtuch drüber vorgewärmt. Aber bis ich die Maschine dann aus der Halle hatte, war bei richtiger Kälte schon wieder alles abgekühlt. Also habe ich mir das ganze Gerödel erspart, den Prop ca. 30 mal von Hand durchgedreht, Pumpe an, 6-7mal KRÄFTIG den Gashebel bedient und dabei angelassen. Klappt meistens. Hat man aber Pech und der Motor säuft dabei ab, hilft alles nichts ausser, " rückwärts aus " den Prop auch ca. 30 mal linksrum zu drehen um den Sprit rauszudrücken,dann dasselbe von vorn.

Happy landings,
Ralf

Verfasser:
PeterHommes
Zeit:
14.08.2008 11:37:49
Also wir haben da keinerlei Probleme
Der Lycoming springt bei jedem Wetter prima an.
Wenn der Motor kalt ist Pumpe an 8 mal pumpen dann ca 20 Sekunden warten bis sich das Gemisch schön gebildet hat.Dann ohne Gas starten. Springt sofort an.

Bei warmem Motor einfach mit ein bischen Gas

Dann klappt das wunderbar