CAMO, Part M usw.

Verfasser:
radtke
Zeit:
29.10.2008 10:42:45
Hallo Freunde

Heute wurde im EU-Amtsblatt die lang ersehnte Änderungsverordnung zum Part M veröffentlicht. Es gibt wieder viel zu lesen. Hier die Links:

Änderungsverordnung (EG) 1056/2008 (Part M)

Änderungsverordnung (EG) 1057/2008 (Part 21)

Durch die Aussetzung des Part M (siehe: LBA-Meldung) ist die Anwendung der Vorschriften bis 31. März 2009 nicht verbindlich.

Durch den neuen Part M hat nun der Halter eines Luftfahrzeuges, welches nicht für die gewerbsmäßige Beförderung eingesetzt wird und eine Startmasse von 2730 kg und darunter hat, sowie eines Ballons die folgenden Möglichkeiten eine Bescheinigung über die Prüfung der Lufttüchtigkeit zu erhalten (siehe M.A.901):

· Einmal jährlich physische Prüfung durch eine beliebigen CAMO+, incl. Ausstellung des ARC

· Einmal jährlich physische Prüfung durch die zuständigen Behörde, incl. Ausstellung des ARC

· Für ELA 1 Luftfahrzeuge: Einmal jährlich physische Prüfung durch freigabeberechtigtes Personal, Empfehlung an zuständige Behörde und Ausstellung des ARC durch die Behörde. Jedoch mindestens jedes drittes Jahr Prüfung durch beliebige CAMO+, incl. Ausstellung des ARC.

· Vertrag mit CAMO+ (überwachte Umgebung), zwei mal Verlängerung des ARC durch diese CAMO+, jedes drittes Jahr physische Prüfung durch diese CAMO+ und Ausstellung eines neuen ARC.

Viel Spaß
Udo Radtke

Verfasser:
radtke
Zeit:
31.10.2008 19:53:31
Gleicher Link!

Danke Jörg, ich habe es sofort geändert. Wenn man schon kopiert, sollte man auch das Detail ändern.

Udo

Verfasser:
Tom Seger
Zeit:
28.01.2009 16:45:18
Hi Leute, was ist besser, einfacher, günstiger? Genehmigung eines Standardinstandhaltungsprogramms, oder individuellen Instandhaltungsprogramm?

Danke und Gruß
Tom

Verfasser:
Jörg
Zeit:
30.01.2009 10:27:08
Hallo Tom,
ich glaube die Frage muss jeder selber für sich entscheiden.
Wenn Fliegen und Technik die gleiche Bedeutung haben und Du die notwendige Zeit hast, würde ich Dir
zu einem ind. IHP raten.

Udo hat auf seiner Web-Seite ein IHP veröffentlicht, dieses hatte ich auf meinen Flieger übertragen und beim LBA eingereicht.
Nach 14 Tagen kam die Betätigung. Damit bin ich
meine eigene CAMO(Contiuing Airworthiness Management Organisation).
Nun hast Du 2 Möglichkeiten:
1. Eigene CAMO
Kontrollen entsprechend Hersteller,25,50 Std.
etc. siehe Dein IHP. Die Wartungsarbeiten musst
Du nicht selber ausführen. Diese könnten auch in
einer von Dir gewählten Werft durchgeführt
werden.Du musst aber die Kontrolle übernehmen.
Du bis ja jetzt CAMO.
Oder
2. Ein fremdes Unternehmen beauftragen.
Nach meinen Informationen gründet die Werft eine
Unterabteilung und übernimmt das Management für
Deinen Flieger.
-Das kostet natürlich Geld.
-Du musst denen Deine Flugstunden melden,
-alle Vorkommisse melden,
-Reparaturen gemäß Anlage VIII dürften nicht mehr
möglich sein.
-Die Abhängigkeit zu dieser CAMO/ Werft ist
perfekt.
Dies erinnert mich sehr an die Zuständigkeit und an die Allmacht-Stellung von Schornsteinfegern.
Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass es ganz gut ist, seinen Flieger mal in diese und mal in jene Werft zu bringen.
Man kann von den vielfältigen Erfahrungen der Leute
profitieren und eine jährliche physische Kontrolle
des Fliegers erhöht die Sicherheit.
Eine eigene Nachkontrolle ist eben so wichtig.
Nachlässig eingestellte Magneten(nur mit Lampe) nach einer JNP haben mich nicht nur mehr Sprit gekostet, sondern es fehlten auch 100 RPM.
Wer will das schon?

Ja, Tom das sind meine Erfahrungen und Überlegungen zur CAMO.

Gruß Jörg

 

 

Verfasser:
Tom
Zeit:
30.01.2009 19:55:07
Auf jeden Fall hab ich jetzt ein Antrag auf die Genehmigung eines Standardinstandhaltungsprogrammes gestellt. Jetzt muss ich wohl immer in ne Werft, oder ?

Gruß
Tom

Verfasser:
Jörg
Zeit:
02.02.2009 07:23:39
Hallo Tom,
Du musst die beiden IH-Programme vergleich.
Jede Sache kann korrigiert werden.
Ob Du Deine eigene CAMO bist oder die Kontrollaufgaben in die Hände eines CAMO-Unternehmen legst, entscheidest Du mit Vertragstabschluss.

Gruß Jörg

Verfasser:
Tom Seger
Zeit:
02.02.2009 13:04:48
Ah, sorry, dass ich so blöd frage, aber darin bin ich bltiger Anfänger.
D.h., ich schließe einen Vertrag mit einer Werft und dort wird festgelegt, in welchem Umfang die IH von ihr, oder mir selbst genacht werden ?

Gruß
Tom

Verfasser:
Jörg
Zeit:
02.02.2009 13:51:40
Hallo Tom,
wenn Du Dich entschließt, die Kontrollaufgaben nicht selber durchzuführen, dann musst Du mit einem
Unternehmen (CAMO)einen Vertag abschließen.
Dieses Unternehmen informiert Dich rechtzeitig, damit Du Deinen Flieger in eine Werft bringst.
Die Interessenlage ist natürlich so, dass das CAMO-Unternehmen verbunden ist mit der Werft.
Das CAMO-Unternehmen wird Dir in einem Vertrag schon
beibiegen, was Du machen darfst und was nicht.
Du kannst Dir ja auch erst einmal ein Vertragsangebot
schicken lassen. Und wenn das für Dich Ok ist, dann mach es, kündigen kannst Du den Vertrag auch wieder.

Gruß Jörg

Verfasser:
radtke
Zeit:
01.08.2009 16:05:52
Hallo Freunde

Ich klinke mich jetzt hier mal wieder ein. Inzwischen ist einige Zeit vergangen und alle sind ein wenig schlauer. Ich kürze ein wenig ab.

Es gibt 3 Arten von Arbeiten am Flugzeug.

1. komplexe Instandhaltung.
2. eingeschränkte Instandhaltung.
3. Alle anderen Arbeiten der Instandhaltung.

Zu 1. Dazu zählen alle Arbeiten, die in die Struktur des Flugzeugs eingreifen. Das dürfen nur entsprechend zugelassene Betriebe durchführen. Auflistung dieser Arbeiten im Part M unter VII.

Zu 2. Das sind einfache Arbeiten, die der Pilot/Halter durchführen darf, wenn er die entsprechenden Fähigkeiten dazu hat. Diese Arbeiten sind im Part M unter VIII aufgelistet. Der Pilot/Halter muss diese Arbeiten aber im Bordbuch eintragen und das Flugzeug in seiner Verantwortung "freigeben".Er bescheinigt ebenfalls per Unterschrift, dass er die fachlichen Vorraussetzungen für die Arbeiten hat.

Zu 3. Hierzu zählen alle anderen Arbeiten, die nicht im Part M unter VII und VIII gelistet sind. Diese Arbeiten sind anspruchsvoller als die nach Part M, VIII. Wer sie letztlich ausführt, ist unwichtig. Sie müssen jedoch alle von einer Person freigegeben werden, die dazu berechtigt ist. Das kann eine Person in einem LTB oder auch ein Prüfer für Luftfahrtgerät sein.

Wer also diese Arbeiten ausgührt ist nicht festgelegt. Wenn ihr also z.B. eine neue Tankanzeige einbaut, dann stellt sich die Frage, ob ihr die entsprechende Person habt, die das Flugzeug anschließend freigibt. Habt ihr die nicht, so werdet ihr die Arbeit wohl oder übel nicht selbst ausführen können. Es ist sogar denkbar, dass ihr einen Zylinder zieht und den auch wieder dranbaut, aber diese Arbeit muss von einem Berechtigten freigegeben werden. Der macht auch den Eintrag ins Bordbuch und ist für die Lufttüchtigkeit in Bezug auf diese Arbeit verantwortlich.

Das vorgenannte ist völlig unabhängig davon, ob ihr euch einer Camo+ Organisation anschließt oder alles in eigener Regie verwaltet.

Aus meiner Sicht ist es für jeden wichtig, dass man vor Beginn von Arbeiten, die unter Punkt 3 fallen, zunächst mit den Personen Rücksprache nimmt, die das letztendlich abzuzeichnen und freizugeben haben.

Unsere MS880 befindet in einer CAMO+ beim LTB Arnsberg. Ich habe mal die Seiten mit den zu überwachenden Laufzeiten gescannt und hier eingestellt. Mach einer wird überrascht sein, was da alle zu prüfen und zu beachten ist. Der Umfang ist auf das individuelle Instandhaltungsprogramm IHP unserer D-EARP (MS880) abgestellt.

Camo+ MS880 (D-EARP)