Öltemperatur MS880 mit O-200A Triebwerk

Öltemperatur MS880 mit O-200A Triebwerk
Verfasser:
radtke
Zeit:
19.03.2007 19:05:25
Hallo Freunde

Diese Anfrage betrifft alle MS880 -Besitzer.

Könnt ihr bitte mal auf diesen Beitrag antworten und mir die Öltemperatur Eures Triebwerkes bei ca. 2400 U/min (Reiseflug) mitteilen? Umgebungstemperatur sagen wir mal +10°C. Aber auch andere Werte bei anderen Außentemperaturen sind mir willkommen.

Bei meinem Motor kommt die Anzeige nicht über +65°C.
Habe den Metall-Teil des Sensors in Wasser getaucht, das Wasser von +20°C bis +85°C erwärmt und die Temperatur mit einem Stabthermometer kontrolliert. Die Anzeige stimmt genau überein. Schlechte Kontakte oder Massefehler wurde schon geprüft und ist OK.

Zylinderkopftemperaturen betragen bei 2400 U/min in 2500ft Höhe, bei OAT=+10°C, ca. 175...185°C. Der Motor hat einen Ölkühler, den ich schon mit einer Platte vom Luftstrom abschotte, wie es für den Winterbetrieb empfohlen wird.

65°C sind mir einfach zu wenig. Wer weiß da mehr oder hat die Lösung?

Verfasser:
Stephan
Zeit:
20.03.2007 18:47:42
was spricht gegen ne öltemp von 65 grad bei ner drehzahl von 2400 ? man muss es ja nicht dauernd kochen !! schon mal probiert mit 2500oder2600 ? da steigt die recht schnell auf 80 und mehr ..

aber soweit ich mit "fahrzeugtechnik" vertraut bin ist ab 45 grad die schmierleistung voll da ...

je heißer desto dünner ..und desto mehr schlürft sie weg ... wenn ich s "eilig" hab dann frisst mein o 200 auf 2 std n liter weg ... wenn ich "sparsam" flieg dann alle 5 nen halben !

wußtet ihr übrigens dass der o 200 in frankreich bis 2750 geflogen werden darf ? und das nur wegen des lärms in deutschland gesenkt ist !!

mal so am rande erwähnt ..

stephan

Verfasser:
radtke
Zeit:
20.03.2007 22:27:39
Hallo Stephan

Was machen den Deine Zylinderkopftemperaturen bei 2600 U/min Reiseflug? Die dürften dann aber deutlich über 200°C liegen. Bei Vollgas und steigen mit 55..60kt liegen meine nach 1 Minute bei ca. 215°C. Der rote Bereich beginnt auf dem Instrument bei 230°C.
Abgebremst am Boden erreicht mein Motor gerade die 2600 U/min, nicht mehr. Die max. Drehzahl hängt ja wohl auch vom Propeller ab. Wenn in Frankreich angeblich mit 2750 U/min geflogen wird, dann müssen die aber doch wohl andere Propeller mit geringerer Steigung benutzen.

Meine D-EARP war früher mal unter F-Registrierung in der Luft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die mal einen anderen Propeller hatte.

Mein Flughandbuch ist eine amtliche deutche Übersetzung der französischen Ausgabe und weist eine maximale Drehzahl von 2650 U/min im Reiseflug aus. Propeller: MacCauley 1 A 105 SCM 7146. Dazu werden bei einer Flughöhe von 1640 ft 80% Leistung ausgewiesen, bei 3281 ft und gleicher Drehzahl nur noch 73%. Die Leistung ergibt sich aus Drehzahl und Drehmoment. Wenn die Drehzahl bei 2650 U/min konstant gehalten wird, dann nimmt wohl das Drehmoment mit zunehmender Flughöhe ab, da nicht mehr so viel Sauerstoff für die Verbrennung zur Verfügung steht.

Ich habe hier das Protokoll vom Testlauf nachdem der Motor genaralüberholt ist. Da werden 2765 U/min und ein Drehmoment von 23,7 Kgm ausgewiesen. Dazu ist eine Leistung von 90,4 PS ausgewiesen. Dieser Wert wurde dann auf Standardbedingungen umgerechnet und ergab im Protokoll bei mir 100,2 PS.

In den Testbedingungen steht PropSt = 11.6 mm/a. Das müßte dann wohl die Steigung des Testpropellers sein.
Kennt jemand die Steigung des o.a. McCauley Propellers?

Mit den Unterlagen kam auch ein Datenblatt mit, das einige Test Operating Limits nennt. Für die Öltemperatur: 65..93°C (150...200°F) Max. Öltemperatur: 225°F = 107°C.

Zur Temperatur: Wenn der Motor täglich läuft ( z.B. wie unsere Autos), dann sehe ich eigentlich kein Problem mit den 65°C Öltemperatur. Der läuft aber im Winter manchmal nur 1x im Monat und mit 65 °C Öltemperatur bringe ich kaum das Kondenswasser aus dem Kurbelgehäuse raus. Schaut mal nach, was nach dem Abstellen aus der Kurbelgehäuse-Entlüftung tropft, manchmal ein paar Tropfen Öl, manchmal aber auch blankes Wasser.

Würde mich freuen, noch mehr von Euch zu den o.a. Themen zu hören.

Udo Radtke

Verfasser:
stephan
Zeit:
21.03.2007 07:19:21
Was machen den Deine Zylinderkopftemperaturen bei 2600 U/min Reiseflug? Die dürften dann aber deutlich über 200°C liegen. Bei Vollgas und steigen mit 55..60kt liegen meine nach 1 Minute bei ca. 215°C. Der rote Bereich beginnt auf dem Instrument bei 230°C.
Abgebremst am Boden erreicht mein Motor gerade die 2600 U/min, nicht mehr. Die max. Drehzahl hängt ja wohl auch vom Propeller ab. Wenn in Frankreich angeblich mit 2750 U/min geflogen wird, dann müssen die aber doch wohl andere Propeller mit geringerer Steigung benutzen.

also die kopftemp muss ich beim steigen schon beachten und teils sogar s gas zurücknehmen .. wenn s dann mal im reiseflug ist dann geht s .. sinkt gleich ab .. und kann dann (allerdings mit hohem verbrauch) bis 2650 fliegen ohne dass öltemp oder cht in irgend einer form an die grenzen kommen ..

und das ohne einen anderen prop!

mehr möcht ich ihr einfach net zumuten ..

und zu der geschichte mit dem kondenswasser .. dazu kann ich wenig sagen da sie minimum 2-3 mal die woche geflogen wird und ich das öl eh min alle 30-40 stunden rauslass ..

hab mir dazu n ablasshahn an die ablassschraube gemacht um net jedesmal die cowling öffnen zu müssen und mir n 200 liter fass öl bestellt ..

trau dem billig mineralöl net mehr zu .. will aber auch kein hochlegiertes synthetisches einfüllen .. wer weiss was die uralt motorkonstruktion mit modernem öl anstellt (vermutlich wegsaufen)

grüssle
stephan

Verfasser:
radtke
Zeit:
21.03.2007 12:53:27
Hallo Stephan

Mit 2..3 x Fliegen pro Woche, dürfte das dann bei Dir schon ganz anders aussehen als bei dem Rest der Morane-Flieger. Gerade das von mir befürchtete Kondenswasser-Problem sollte bei Dir vermutlich gar nicht erst auftreten.

Das Manual für den O-200A schreibt folgende Ölsorten vor:

Über 40°F also 4,4°C S.A.E. 40
unterhalb 20 oder 10W30.

Zum Öl und Betriebsbedingungen habe ich einige sehr wertvolle Aussagen der AOPA finden können. Hier der Link:

http://www.aopa.de/DE/upload/pdf/PDFLetter/2001-Letter_5/Letter_5-2001-40-45.pdf

Zu Ölen generell den folgenden Link:
http://www.motorlexikon.de/?I=4846&R=C

Übrigens kann man O-200A Manuals in englischer Sprache bekommen bei:

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Von denen habe ich einen "Service Parts Catalog" und ein "Overhaul and Maintenance Manual" besorgt. Kosten je Exemplar ca. Euro 20,- + Shipping

Einen weiteren 0-200A Engine parts catalog, sehr schön illustriert bekommt man bei :

www.TechnicalBooksAndAteamEngines.com

Viel Spaß
U. Radtke