Kaltstart

Kaltstart
Verfasser:
Jürgen Marschmann
Zeit:
26.01.2013 22:06:48
Hallo Moraner
Habe eine Koliber 150 mit dem Motor O320-E2A.
und den Vergaser mit dem geringen Verbrauch.
Das Problem ist zur Zeit dass der Motor bei der Kälte nicht anspringt.Der Kraftstoff kommt nicht
bis zu den Zylindern.(Kerzen sind trocken)und der Kraftst. läuft unten raus.Möchte einen Primer einbauen,kann mir jemand einen Tipp geben.
Gruß Jürgen
Verfasser:
Jörg
Zeit:
27.01.2013 11:11:20
Hallo Jürgen,
Koliber 150 startet auch bei -20°C problemlos.

Zusatzpumpe ein,
dreimal pumpen mit Throttle
und sofort Zündung.

Voraussetzung:
Batterie, Magneten ( Schnapper) und Vergaser sind Ok.

Gruß Jörg

 

Verfasser:
Wolfgang
Zeit:
27.01.2013 11:50:58
Hallo,vermutlich ist die Beschleunigerpumpe im Vergaser defekt.Hatten gleichen Vorgang.Haben den Vergaser bei Ghönert in Bad Wörishofen überholen lassen. Grüsse aus EDNL
Verfasser:
Jörg
Zeit:
27.01.2013 12:12:32
Hallo,
Stichwort Beschleunigungspumpe.
Die Pumpe wird durch den Gashebel angetrieben.
Kann man gut sehen und auch hören, ob Benzin
eingespritzt wird.

Gruß Jörg

Verfasser:
Wolfgang
Zeit:
27.01.2013 12:28:07
bei unserer Maschine ist auch der Kraftstoff nach unten ausgelaufen.Das Flugzeug fliegt seither ca. 200 STD. ohne Probleme! Grüsse
Verfasser:
Gerhard
Zeit:
27.01.2013 19:13:33
Hallo Jürgen,
so wie Du die Sache beschreibst,ist es sehr naheliegend,Daß Du beim Starten zuviel Gas gibst.
Der Grund ist folgender:
Ein kalter Ottomotor benötigt zum Start ein sehr fettes Gemisch. Das Verhältnis beim Kalstart liegt 3 Teile Luft und ein Teil Benzin,während bei betriebeswarmen Motor das Verhältnis 1:15 bis 1:18 liegt.(Stöchiometrisches Verhältnis) kann man überall
nachlesen).Da aber kein Flugzeugvergaser für so fette Gemische gebaut ist,gibt es zB.Primer als Hilfseinrichtung, oder einen einfachen Trick um das Ding zum laufen zu bringen.
Am Besten startet der Motor,wenn mittes Gashebel vor dem Start zwei mal bis zum Anschlag durchgedrückt wird und sofort startet,bevor unten die Brühe wieder rausläuft. Dann ist darauf zu achten das der Gashebel bis zum Anschlag nach auf Leerlauf steht. Somit ist die Drosselklappe bis auf einen kleinen Ringspalt geschlossen,und auch der Unterdruck in den Ansaugrümmern am größten.Bedingt durch die kleinen Ringspalte im Drosselklappenghäuse wird die Ansugluft mit höherer Geschwindigkeit durchgerissen und nimmt den Benzin besser mit,weil bei Vergaserotoren die Gemischbildung im Ansaugkrümmer stattfindet.Zudem sollte die Vorwärmung gezogen (entgegen aller Hanbücher)werden,die wirkt zusätzlich als Luftbremse,um eben Luftüberschuß zu vermeiden. Außerdem ist es für den Motor sehr schonend,wenn er auf Standgas für einige Sekunden hochläuft
Ausprobieren sollte man vorher natürlich bei Betriebswarmen Zustand,ob der Motor bei voll gezogenem Gashebel 100%ig rund läuft.
Gut Start
Grüße-Gerhard-

 

Verfasser:
Jürgen Marschmann
Zeit:
27.01.2013 22:34:30
Vielen Dank für Eure Meldungen.

Guten Abend Gerhard,
Es ist schon ok was Du gesagt hast,aber warum kommt der Sprit nicht bis zu den Zylindern denn die Kerzen sind trocken.
Viele Grüße
Jürgen

Verfasser:
Gerhard
Zeit:
28.01.2013 02:26:41
Hallo Jürgen,
die Ursache,daß kein Sprit zu den Zylindern kommt,und Deine Kerzen fotztrocken sind,und Benzin läuft aus der Airbox ist leicht erklärt.
Da Benzin alleine nicht brennt,muß er mit Sauerstoff,bzw Luft angereichert werden,also ein zündfähiges Gemisch hergestellt werden.Wenn Du den Gashebel durchdrückst spritzt aus der Beschleunigerpumpe in einem dünnem Strahl Sprit. Da aber die Umgebungstemperatur Eiskalt ist,schlägt sich der Sprit sofort an die Ansaugkrümmerwände fest,kondensiert und läuft nach unten ab.
Den Besten Erfolg wirst Du haben,wenn Du während des Startens mit dem Gashebel pumpst, so 3cm rein und raus,so kann die eingespritzte Benzinmenge vom Luftstom mitgerissen werden.
So starte ich meinen O300,6 Zylinder der ebenfalls keinen Primer hat,problemlos auch bei Extremtemperaturen von -20 Grad.
Solltest Du mit diesem Tipp keinen Erfolg haben,ist möglicherweise etwas Anderes die Ursache.
Mit Fliegergruß
Gerhard
Verfasser:
Jens
Zeit:
29.01.2013 04:59:38
Hast den Schnapper mal überprüft?geht auch mal kaputt und dann wird es schwierig beim Kaltstart!
Verfasser:
Peter Holzhauer
Zeit:
29.01.2013 22:16:21
Moin Jürgen,

unabhängig von der Motorseite ist bei niedrigen Außentemperaturen das Vorwärmen des Motors sehr hilfreich. Meine Rallye 235 springt bei Kälte auch schlecht an. Habe mir ein leistungstarkes E-Gebläse besorgt. Der Motor springt sofort an und ist bereits vorgewärmt.

Viele Grüße aus EDXY
Peter

Verfasser:
Gerhard
Zeit:
30.01.2013 01:18:54
Hallo Miteinander,
natürlich ist die Beste Option den Motor vorzuwärmen,und auch die schonenste,aber dafür steht auch mehr Aufwand.Wenn man sich vorstellt das ein Kolben bei Normaltemperatur schon 20% der Leistung Reibungswiderstand eines Zylinders abgibt, so läßt sich erahnen wie hoch das Widerstandsmoment ist, bei Öl, das so zähflüssig ist wie Honig. Aber mann sollte auch mal den Vergleich anstellen,Fahrzeuge die wir jeden Tag und auf die Minute benützen wollen, oder müssen,haben ebenfalls ein zähes Öl. Serienmäßig hat meine Morane eine Batterie von 24A/Stunden.Würde ich dieselbe Batterie in meinem Daimler-B.der 5 Liter Hubraum hat,wie der von meiner Morane, ich glaube nicht daran bei gegenwärtigen Temperaturen,daß der einen Kolbenhub schaft. Größsten Übels sind die viel zu schachen Akkus die in allen E-Klasse Flugzeugen verbaut werden.Vor einiger Zeit habe ich die Kapazität meiner Batterie um fast 100 % erhöht,und
kein Problem mehr,allerdings mußte ich den Batteriekasten vergrößern.Das Trauerspiel erlebe ich immer wieder an unserem Flugplatz,des nicht anzuspringenden Flugmotor. Aber jeder Pilot hat nütürlich auch seine eigene Philosophie darüber. Gebrochene Starterritzel,Vergaserbrände durch Rückschlag,Kaltstartreiber an den Kolben,geht alles auf Konto der zu schwachen Akkus.
Tatsache das ein sich schnell bewegender Kolben das
Kompressionsvolumen schneller und besser erhitzt,als ein Kolben der sich mühsam über seinen Totpunkt quält.Auch die Startversuche mit zu schwacher Batterie, reiben den kostbaren Ölfilm von den Zylinderwänden,und es kommt keine Schmierung nach, weil die Ölpumpe bei so niedriger Drehzahl keinen Öldruck erzeugt.Dazu kommt noch der Fehler das dann mit Primer kräftig eingespritzt wird,bis das restliche Öl abgewaschen wird. Beim Zylinderziehen werden dann die Schäden an unteren Seite des Kolbenhemdes sichtbar.
Motor vorwärmen- oder eine anständige Batterie.
Grüße-Gerhard-

 

Verfasser:
Jürgen Marschmann
Zeit:
30.01.2013 21:47:06
Guten Abend.
Bin heute Mittag zum Flugplatz die Außentemperatur zeigte 12*c. Kam in die kalte Halle. Die Flugzeuge waren alle beschlagen.Habe den Motor mit einem starken Föhn erwärmt.Holte sie aus der Halle schatete die Pumpe ein und gab 2 Hübe. startete
den Motor, er sprang sofort an.
Ich bedanke mich für Eure Tipps.
Viele Grüße
Jürgen
Verfasser:
Jörg
Zeit:
30.01.2013 22:14:41
Hallo Jürgen,
Theorie und Praxis fließen zusammen in das Wissen "Wie".
Im Betriebshandbuch steht es: Wie man es macht!

Gruß Jörg